Energieberatung Landwirtschaft: Richtig Kosten sparen – efiz!

Energieberatung Landwirtschaft: Richtig Kosten sparen

Energieberatung Landwirtschaft: Leistungsmessung
Energieberatung Landwirtschaft: Leistungsmessung

Landwirte haben in den letzten Jahren zunehmend mit steigenden Energiekosten zu kämpfen, unabhängig davon, ob sie einen Ackerbau-, Milch-, oder Mastbetrieb verwalten. Der Landwirt Franz-Josef Krechtmann aus Lüdinghausen sah sich ebenfalls mit zunehmenden Kosten für Energie konfrontiert. Eine Lösung musste also her. Diese fand Krechtmann im Rahmen der „Förderung von Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz in der Landwirtschaft und im Gartenbau“ der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE). Bei diesen Maßnahmen handelt es sich um eine staatlich geförderte Energieberatung, bei der 80 Prozent der anfallenden Kosten bis zu einer Höhe von 6.000 Euro übernommen werden. Um die Qualität der auszuarbeitenden Maßnahmen sicherzustellen, sind nur vom BLE zertifizierte Energieeffizienzexperten für das Programm zugelassen.

Landwirt Krechtmann beauftragte für die Energieberatung den Ingenieur Matthias Franke von der STF Energy GmbH. Und das hat sich gelohnt: Die Energiekosten für die betrachteten Anlagen bzw. Gebäude konnten teilweise mehr als halbiert werden. Wie das erreicht wurde und wo genau die Einsparpotenziale liegen, erklärt Franke in dem folgenden Interview.

efiz!: Wie sieht das übliche Vorgehen bei einer Beratung im Rahmen des Förderprogramms der BLE vor?

Franke: Zunächst schauen wir uns zusammen mit den Verantwortlichen den Betrieb an, um abschätzen zu können, ob Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz möglich sind und im Rahmen des Förderprogramms gedeckt sind. Wenn sich kaum Einsparpotenziale ergeben oder die staatliche Förderung in Höhe von 80 Prozent nicht gewährt werden können, informieren wir den Kunden darüber natürlich. Der Vorteil ist ja, dass die erste Abschätzung und Begehung kostenlos ist, danach greift im Falle der Beauftragung das Förderprogramm der BLE. So ist das ganze ohne Risiko für die Kunden, bei Landwirt Krechtmann sind wir ebenfalls so vorgegangen.

efiz!: Was geschieht nach der ersten Abschätzung bei Beauftragung der Energieberatung?

Franke: Zunächst ist es wichtig, hierbei zu verstehen, dass es sich bei dem Erstellen der Maßnahmen für mehr Energieeffizienz, um ein umfangreiches und qualitatives Paket an ingenieurtechnischen Leistungen handelt. Die Energieberatung basiert auf aktuellen, gemessenen und belegbaren Betriebsdaten zum Energieverbrauch. Es werden Betriebsdaten aus gemessenen Lastprofilen ermittelt und analysiert. Auch werden die Energieverbrauchsdaten aus den Jahresabrechnungen genutzt. Im Rahmen der Energieberatung identifizieren und bewerten wir dann Möglichkeiten zur Energieeinsparung und damit zur Verbesserung der Energieeffizienz. Die Beratung und der Bericht enthalten also ganz konkrete Umsetzungshinweise für eine Maßnahmen-Priorisierung nach ökonomischen Kriterien, einen Vergleich zwischen alternativen Maßnahmen sowie Hinweise zu technischen Wechselwirkungen zwischen mehreren Maßnahmen.

efiz:Wie sah die Maßnahmenerstellung ganz konkret bei Landwirt Krechtmann aus?

Franke: Die Analyse des Hofes ist immer der erste Schritt. Herr Krechtmann hält ca. 900 Schweine und 200 Milchkühe. Die Örtlichkeiten des Betriebs setzen sich insbesondere aus Schweinemaststall, Jungviehstall, Mehlscheune, Getreidesilo und Boxenlaufstall zusammen. Alle diese Örtlichkeiten wurden mit ihren Energieverbrauchern selbstverständlich in die Analyse einbezogen. So wurde beispielsweise der elektrische Verbrauch des Melksystems im Fall von Herrn Krechtmann eine Woche lang mit dem dreiphasigen Energie-Logger Fluke1735 gemessen. In den Ställen wurden Temperaturmessungen durchgeführt. Der Flüssiggasbedarf konnte hingegen sehr genau schon durch vorliegende Rechnungen ermittelt und gleichzeitig seinen Verbrauchern zugeordnet werden, sodass hier keine Messungen notwendig waren. Alle Ergebnisse aus den drei Komponenten Begehung, Datenanalyse und Messung nutzten wir dann für die Maßnahmenerstellung.

Frequenzumrichter VakuumpumpeEinheitIstzustandSollzustandGesamteinsparungGesamteinsparung in Prozent
elektr. EnergiebedarfkWh/a5.7612.4753.28657%
Energiekosten€/a1.20351768657%
CO2-Emissionenkg/a2.9321.2601.67357%

efiz!: Welche Maßnahmen resultierten aus der Analyse ganz konkret?

Franke: Unsere Empfehlungen für Herrn Krechtmann setzten sich aus einem umfangreichen, aber schnell und einfach umsetzbaren Maßnahmenplan zusammen. Neben investiven Maßnahmen schlagen wir natürlich auch nicht investive Maßnahmen vor. Nicht investive Maßnahmen zeichnen sich dadurch aus, dass für die Erwirkung von Energieeinsparmaßnahmen keine vorherigen Investitionen notwendig sind. Zu den vorgeschlagenen investiven Maßnahmen zählen im Fall von Herrn Krechtmann die Neuinstallation eines Vorkühlers für die Milch sowie eines Frequenzumrichters für die Vakuumpumpe der Melkanlage und der Austausch der Ventilatoren im Schweinemaststall und in der Mehlscheune inklusive einer Neuinstallation des Frequenzumrichters für diese Ventilatoren.

Zu den nicht investiven Maßnahmen zählen die zeitversetzte Nutzung der Photovoltaikanlage und die Senkung der Temperaturen in den Ställen. Allein durch die Senkung der Temperatur in den Ställen werden jährlich über 2.500 Euro Energiekosten eingespart.

K„ltemaschine / VorkhlerEinheitIstzustandSollzustandGesamteinsparungGesamteinsparung in Prozent
elektr. EnergiebedarfkWh/a12.6745.5457.12956%
Energiekosten€/a2.6461.1581.48956%
CO2-Emissionenkg/a6.4512.8223.62956%

efiz!: Die Neuinstallation eines Vorkühlers und die eines Frequenzumrichters klingen sehr kostspielig. Rechnen sich diese Maßnahmen tatsächlich?

Franke: Natürlich, jede Empfehlung die wir aussprechen, orientiert sich streng an ihren Effekten, die sie auf die Energieausgaben hat. Im Fall von Herrn Krechtmann amortisieren sich alle Ausgaben bereits nach vier Jahren.  Andere Maßnahmen wie die zeitversetzte Nutzung der Photovoltaikanlage oder die Senkung der Temperaturen in den Ställen wirken sofort und lassen sich direkt ohne Investitionskosten umsetzen. Insgesamt liegt die jährliche Ersparnis bei Herrn Krechtmann bei 5204 Euro, eine stolze Summe!

GesamteinsparungEinheitIstzustandSollzustandGesamteinsparung
elektr. EnergiebedarfkWh/a24.54211.59212.950
Energiekosten€/a5.1242.4205.204 €
CO2-Emissionenkg/a12.4925.9006.592

 

Gerne helfen wir auch Ihnen, Kosten in Ihrem landwirtschaftlichen Betrieb einzusparen. Füllen Sie für weitere Informationen einfach das unten stehende Formular aus, und Sie erhalten direkt unsere Infobroschüre „Energieberatung Landwirtschaft“.

Ihre Daten werden nicht an Dritte weitergegeben, sondern lediglich für die Kommunikation zwischen Ihnen und der STF Gruppe gespeichert. Weitere Informationen zum Datenschutz finden Sie hier