EnEV für Bürocontainer: Energie richtig sparen | efiz!

EnEV für Bürocontainer: Energie richtig sparen

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Werden Bürogebäude zu Baustellen, sind oft Container die neuen Arbeitsplätze der Mitarbeiter. Stehen diese länger als zwei Jahre, müssen bei der Versorgung mit Wärme und Kälte nach der EnEV 2016 wichtige Bestimmungen eingehalten werden. Nur dann kann der notwendige Wärmeschutznachweis erbracht werden. „Unsere Aufgabe ist es dabei, passende Konzepte zum Heizen und Lüften vorzuschlagen“, sagt Maximilian Kagerer, Junior Consultant bei STF Energy am Standort Dresden. „Mit dem Anbieter der Container klären wir dann, ob sie Container mit den entsprechenden Systemen bereitstellen können.“

Im Jahr 2016 wurde die EnEV novelliert, so dass erhöhte Ansprüche gestellt werden. Gültig ist sie für Nichtwohngebäude ab einer Größe von 50 qm², die eine Höhe von vier Metern nicht überschreiten. Der einzuhaltende Energiebedarf berechnet sich aus den in der EnEV vorgegebenen U-Werten für ein Referenzgebäude. Dieser Referenzwert muss dann um 25 Prozent unterschritten werden. Dieses Verfahren ist ebenso für die technische Ausstattung des Gebäudes angewendet.

Fernwärme oder Wärmepumpen

Dabei stehen mehrere Optionen zu Verfügung. „Generell ist zuerst zu Prüfen, ob Fernwärme zum Heizen genutzt werden kann“, sagt Kagerer. „Denn hier handelt es sich um überschüssige Wärme anderer Produzenten, beispielsweise eines Kraftwerks“. Da Fernwärme allerdings nicht überall zur Verfügung steht, gibt es alternative Möglichkeiten. So können beispielsweise Wärmepumpen eingesetzt werden. „Derzeit betreue ich ein solches Containerprojekt bei einem großen Logistikunternehmen“, sagt Kagerer. „Dort haben wir eine Luft-Wasser-Wärmepumpe eingeplant.“ Eine Schwierigkeit bei dieser Technik: In der Regel sind diese Pumpen an eine Fußbodenheizung angebunden, da eine Wärmepumpe geringere Vorlauftemperaturen erzeugt als ein herkömmlicher Heizkessel. In Containern ist eine Fußbodenheizung meist nicht möglich. Daher empfiehlt sich der Einsatz von Niedertemperaturheizkörpern, die auch bei geringeren Vorlauftemperaturen die benötigte Wärmeleistung in den Raum bringen, damit ist es möglich, sie über Wärmepumpen zu beheizen.

Bei einer Wärmepumpe, wird ein Kältemittel durch die Umgebungstemperatur zum Beispiel aus Grundwasser oder der Umgebungsluft erwärmt bis es verdampft. Mit Hilfe eines Verdichters wird das Kältemittel komprimiert und die Temperatur erhöht. Schließlich strömt der heiße Kältemitteldampf zum Wärmetauscher, dort erwärmt es den Brauch-und Heizungswasserkreislauf. Daraufhin verflüssigt sich das Kältemittel wieder und der Kreislauf beginnt von vorne.

Eine solche Luft-Wasser-Wärmepumpe hat, bei einer Außentemperatur von 7 Grad, einen Coefficient of Performanc (COP) von circa 5. Das bedeutet, dass pro eingesetzte Kilowattstunde Strom, 5 Kilowattstunden Thermische Energie erzeugt wird. „Das ist ein guter Wert“, sagt Kagerer. „Bei einem Wert von 2 würde sich die Nutzung beispielsweise nicht lohnen.“ Pufferspeicher sorgen dafür, dass auf Dauer ein gleichmäßiges Temperaturniveau zur Verfügung gestellt werden kann.

Gasbrennwertgerät oder Solaranlage

Eine weitere Möglichkeit für die Anlagentechnik im Sinne der EnEV, ist die Kombination aus einem Gasbrennwertgerät und einer Solaranlage. Hier wird ein mittlerweile standardmäßiges Gasbrennwertgerät für die Warmwasserbereitung und den Betrieb der Heizungsanlage eingesetzt. Um den benötigten Anteil von erneuerbaren Energien einzusetzen, wird eine solare Unterstützung in Form von Photovoltaik oder Solarthermie vorgesehen.

Mit der Enev2016 sind nicht nur die Anforderungen an die Gebäudehülle verschärft worden, auch die Anforderungen an den Einsatz von erneuerbaren Energien ist deutlich erhöht worden. Das heißt um die Anforderungen einzuhalten, kommen höhere Kosten auf den Bauherrn zu, denn nur mit einem relativ günstigen Gasbrennwertgerät alleine, kann die EnEV nicht erfüllt werden.

Einsparpotential gibt es außerdem bei der Lüftung der Container. Über eine Wärmerückgewinnung wird die Abluft, die aus dem Raum rausgezogen wird, an der einströmenden Zuluft vorbeigeleitet, sodass die wärmere Abluft die kältere Zuluft erwärmt bzw. im Sommerfall auch abkühlen kann. Um dies zu erreichen, gibt es verschiedene Möglichkeiten, beispielsweise ein Kreuzstromwärmetauscher. In diesem Fall werden die Luftströme durch feine Lamellen geleitet, die nebeneinander laufen und sich überkreuzen, so kann die warme Innenluft die kalte Außenluft auf ein höheres Temperaturniveau erwärmen.

Wurden die entsprechenden Container aufgestellt, wird geprüft, ob alles richtig umgesetzt wurde und der Wärmeschutznachweis erbracht werden kann.

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