Glücklich wohnen im Alter | efiz!

Interview: Ein glückliches Leben im Alter – wie Architekten helfen können (Teil 1)

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Wie will ich im Alter leben? Diese Frage beschäftigt immer mehr Menschen, denn das klassische Zusammenleben in der Großfamilie ist in vielen Fällen längst Vergangenheit. In Haltern am See hat eine Gruppe Senioren ihre Antwort auf die Frage bereits gefunden. Sie wollen das Alter gemeinsam verbringen. Doch dabei ist ihnen nicht nur ihre Hausgemeinschaft wichtig. Sie wollen auch umweltbewusst leben und Energie sparen. Der Architekt Hans G. Schmidt-Domogalla (53), Architekturbüro SCHMIDTplanung, verrät, was an einem Projekt wie „LiNa eG“ (Leben in Nachbarschaft), so nennt sich die für den Bau in Haltern gegründete Genossenschaft, aus seiner Sicht besonders ist.

Herr Schmidt-Domogalla, was unterscheidet ein Bauprojekt wie LiNa von anderen Projekten?

Schmidt-Domogalla: Als Architekt bin ich früher als üblich in den Planungsprozess eingebunden. Denn unsere Aufgaben umfassen hier nicht nur die klassische Hochbauplanung, sondern wir unterstützen die Bauherren auch bei der Gruppenfindung, der Grundstückssuche und in der Öffentlichkeitsarbeit. So planen wir beispielsweise gemeinsam Veranstaltungen, um das Projekt bekannt zu machen.

Warum unterstützen Sie als Architekt auch bei der Grundstückssuche?

Schmidt-Domogalla: Zusammen mit den Bauherren entwickeln wir ein erstes Konzept des gewünschten Hauses zu einem möglichen Grundstück. Hier geht es beispielsweise um die Anzahl der Wohnungen, die zur wirtschaftlichen Nutzung möglich sind, die Ausrichtung des Gebäudes zur Sonne und die Erschließung von der Straße. Hinzu kommen Wünsche nach Gemeinschaftsflächen, Gästezimmer, Bastelraum etc. Leider ist die Auswahl geeigneter, ausreichend großer Grundstücke in vielen Städten schlecht, sodass wir auch in Haltern zunächst zwei andere, weniger geeignete Flächen überprüft haben, bevor das Grundstück am Hennewiger Weg verfügbar wurde. Hier bieten sich u.a. eine optimale Ausrichtung zur Sonne, eine wirtschaftliche Grundstücknutzung und eine geringe Entfernung zum Zentrum.

Architekt Hans G. Schmidt-Domogalla (2. v. l.) bei dem feierlichen Richtfest von LiNa

Und wenn es an die konkrete Planung geht? Wer hat den meisten Einfluss, Sie oder die Bewohner?

Schmidt-Domogalla: Das ist ein Zusammenspiel. Wir versuchen gemeinsam, ein optimales Haus zu bauen, bei dem möglichst alle Vorstellungen zum Tragen kommen. Ist etwas nicht umsetzbar, weisen wir darauf hin. Aber manchmal planen wir auch Dinge, die wir ursprünglich so nicht gemacht hätten. Im Falle von LiNa sind das beispielsweise Abstellräume auf dem Dach statt im Keller. Eigentlich bin ich kein Freund von großen Satteldächern. Aber wegen eines hohen Grundwasserpegels machte es hier Sinn, mittlerweile gefällt es mir richtig gut.

LiNa ist ja ein Niedrigenergiehaus. Was ist da das besondere für Sie als Architekt?

Schmidt-Domogalla: Das Energiekonzept wird von Energieberatern wie der STF Energy erstellt und von uns zu einem stimmigen Gesamtkonzept zusammengeführt. Beispielsweise erfolgt die Erschließung bei LiNa über Laubengänge mit viel Platz für Kommunikationsräume, wo jeder Bewohner vor seiner Haustür eine individuelle Vorzone schaffen kann. Laubenganghäuser sind jedoch, um eine optimale Belichtung zu ermöglichen, relativ schlank, Energiesparhäuser sollten allerdings möglichst kompakt sein. Dieser „energetische Nachteil“ muss an anderer Stelle wieder ausgeglichen werden.

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