Das Verhältnis zwischen Architekten und Fachplanern | efiz!

Interview: Nils Kreuznacht über das Verhältnis zwischen Architekten, Bauherren und Fachplanern

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Das Zusammenspiel von Ästhetik, Design, Nutzerorientierung, Technik und Effizienz machen für Nils Kreuznacht das perfekte Gebäude aus. Der Spezialist der technischen Gebäudeausstattung aus Düsseldorf sprach mit efiz! über das Verhältnis von Architekten und TGA-Fachplanern.

Zur Person:
Nils Kreuznacht ist Prokurist der STF Energy GmbH und sorgt deutschlandweit als Leiter des 20 Mann und Frau starken Fachplanungteams für eine effiziente technische Gebäudeausrüstung in den Bereichen Heizung, Klimatechnik, Lüftung, Sanitär und Elektrotechnik.

Nils Kreuznacht, Leiter TGA der STF Energy GmbH

Das efiz!-Team besucht regelmäßig Veranstaltungen im Bereich der Energie-und Ressourceneffizienz, insbesondere um dort mit Fachexperten ins Gespräch zu kommen. In vielen unserer Gespräche beschrieben Veranstaltungsteilnehmer das Verhältnis zwischen Architekten, Bauherren und TGA-Fachplanern als schwierig und distanziert. Nils, kannst du diesen Eindruck bestätigen?

Nils: Ich kann nur für die STF Energy und mein Team sprechen. Hier habe ich einen genau gegenteiligen Eindruck. Die Zusammenarbeit zwischen uns und den Architekten sowie Bauherren war und ist immer sehr gut und fruchtbar. Zudem intensiviert sich die Zusammenarbeit immer mehr, wodurch Architekten als auch wir Fachplaner profitieren.

Inwiefern wird die Zusammenarbeit intensiver und enger zwischen Architekten und TGA-Fachplanern?

Nils: Die gesetzlichen Anforderungen aber auch die Bedürfnisse der Gebäudenutzer sind gestiegen. Architekten und Bauherren müssen deswegen viele Aspekte bereits in der Planung berücksichtigen. Neben ästhetischen und funktionalen Ansprüchen rücken das Einsparen von Energie und der Umweltschutz immer stärker in den Fokus. Auch die Digitalisierung spielt hier eine Rolle. Die Nutzer und Eigentümer wollen zum Beispiel ein Gebäude, in dem die Mobilfunkversorgung optimal ist bzw. nicht durch bauliche Maßnahmen gestört wird. Damit alle diese Anforderungen erfüllt werden können, ist es wichtig, dass sich ein multidisziplinäres Team, darunter eben auch Architekten und TGA-Fachplaner, bereits in einer sehr frühen Projektphase kurzschließen. Der integrale Ansatz bzw. die integrale Planung ist zudem im Endeffekt deutlich effizienter als der traditionelle Ansatz. So werden bereits in der Planungsphase Kosten eingespart, da alle Beteiligten von Anfang an nach einer optimalen und zugleich gemeinsamen Lösung arbeiten.

Das klingt nach schöner Theorie. Gibt es Praxisbeispiele?

Nils: Das ist gelebte Praxis. Ein Beispiel dafür ist unser Projekt mit der Sparkasse Lippstadt. Hier treffen hohe architektonische-, als auch technische Anforderungen aufeinander. Das Bauvorhaben umfasst die Sanierung der Energiezentralen der Hauptstelle und den Neubau des Vorstandsbereiches inklusive einer Veranstaltungsebene. Wir haben ein Energiekonzept erstellt, dass unter anderem auch auf Ermittlung der tatsächlich benötigten Leistungen auf Grundlage von Langzeitmessungen beruht. Wesentliche Bestandteile des Konzeptes sind zum einen der Austausch der veralteten Technik in der Hauptstelle und zum anderen der Einsatz von Gasmotorwärmepumpen zur Klimatisierung des Anbaus. Die besondere Herausforderung besteht aus der Verknüpfung von Neubau und Bestand sowie der Umsetzung der Maßnahme während des Betriebes. Für solche Projekte ist eine enge Zusammenarbeit zwischen allen am Bau Beteiligten sowie den Nutzern, wie schnell zu erkennen ist, höchst sinnvoll.

Sparkasse Lippstadt

Was sind die wichtigsten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Architekten und Fachplanern?

Nils: Das gemeinsame Ziel zu definieren, letztendlich den Bauherren ein Gebäude zu übergeben, das dem Zusammenspiel von Ästhetik, Design, Nutzerorientierung, Technik und Effizienz gerecht wird. Hierzu gehört von unserer Seite ein Team das zusätzlich zu einer fundierten akademischen Ausbildung, ständiger Weiterbildung und Praxiserfahrung, die Fähigkeit zur Kommunikation zwischen allen Beteiligten besitzt. Dies ist für das Erzielen eines optimalen Ergebnisses entscheidend.

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