Urbane Gebiete und Immissionsschutzrecht | efiz!

Wohnungsbau in Städten wird einfacher

iStock.com/bluejayphoto

Die Deutschen zieht es in die Großstädte. Wohnraum ist dementsprechend knapp, die Immobilienpreise in Städten wie München, Hamburg, und Berlin ziehen weiter an. Der Staat will auf die zunehmende Urbanisierung nun reagieren – das Kabinett hat dafür den entsprechenden Gesetzentwurf zur „Stärkung des neuen Zusammenlebens in der Stadt“ beschlossen. Außerdem wurden neue Immissionsrichtwerte für Lärm und Sportstättenbetriebe verabschiedet.

Um den notwendigen Wohnraum anbieten zu können, ist im Städtebaurecht die neue Baugebietskategorie „Urbane Gebiete“ eingeführt worden. Dadurch darf zukünftig auch in stark verdichteten städtischen Gebieten oder in Gewerbegebieten Wohnungen gebaut und Gebäude als Wohnraum genutzt werden.

Neben der Aufnahme in das Städtebaurecht, soll die neue Baukategorie „Urbane Gebiete“ auch in das Immissionsschutzrecht aufgenommen werden. Die Immissionsrichtwerte werden in der TA-Lärm („technische Anleitung zum Schutz gegen Lärm“) auf maximal 63 Dezibel währen des Tages und maximal 48 Dezibel während der Nacht festgelegt. Hiermit soll den Kommunen eine Erleichterung des Bauens in stark verdichteten städtischen Gebieten mehr Flexibilität eingeräumt werden.

Fördermöglichkeiten nutzen
Christian Höveler, Projektleiter bei der STF Energy GmbH, verweist in diesem Zusammenhang mit der Möglichkeit, Gebäude in innerstädtischen Lagen aufzustocken, auf Synergien, die sich bei Wohnraumerweiterung und gleichzeitiger energetischer Sanierung ergeben. „Die Aufstockung eines Gebäudes bietet häufig nicht nur in Bezug auf die Wohnflächenerweiterung wirtschaftliche Vorteile. Es sollte dabei auch grundsätzlich untersucht werden, ob sich durch die energetische Sanierung des Bestandsgebäudes weitere Potentiale ergeben.“ Im Weiteren verweist Höveler auf die zinsgünstige Finanzierung und die Fördermittel, die die KfW für die Aufstockung von Gebäuden bereitstellt. „Entsteht durch die Aufstockung eine neue Wohneinheit, können Fördermittel aus dem Programm Nr. 153 in Anspruch genommen werden. Falls keine neue Wohneinheit, aber eine Wohnflächenerweiterung geplant ist, greift das Förderprogramm Nr. 151.“

Übersicht Bevölkerungsentwicklung und Preisentwicklung für Eigentumswohnungen bis zum Jahr 2030*

StadtBevölkerungsentwicklungPreisentwicklung bei Eigentumswohnungen
Berlin+4,74%+14,49%
Hamburg+4,38%+13,86%
München+1,58%+4,39%
Dresden+1,57%+4,06%
Köln+1,22%+3,38%
*Quelle: Postbank Studie Wohnatlas 2016
UA-77035930-1